Was ist das?

Als Fütterstörung bezeichnet man die anhaltende Ablehnung eines Babys oder Kleinkindes zu essen und zu trinken ohne Vorliegen einer Grunderkrankung. Es handelt sich um eine Ess-Verhaltensstörung. Die schwierige Ess-Situation ist eine große Belastung für die Eltern, das Kind und ihre Beziehung zueinander. Eine Fütterstörung kann im Extremfall die gesunde Entwicklung des Kindes beeinträchtigen! In jedem Fall sollte ein Kinderarzt konsultiert werden, wenn das Kind in Größe und Gewicht der Altersnorm nachsteht. Stark betroffen können hier vor allem Früh- und Mangelgeburten mit traumatischen Erlebnissen (Magensonde, Operationen, Zwangsfüttern…) oder „Schreibabys“ (Regulationsstörung) sein.

Neben der Fütterstörung gibt es noch die sog. Orofazialstörung. Diese unterscheidet sich insofern von der Fütterstörung, dass betroffene Kinder aus medizinischer Sicht Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme vorweisen. Dazu gehören Babys mit einer Saugschwäche (bspw. Frühgeborene, die zu schwach zum Trinken sind), Kinder mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder auch Cerebralparese. Viele dieser Kinder haben Schwierigkeiten beim Abbeißen, Kauen oder Schlucken. Auch das Vorliegen pathologischer Mundreflexe verhindert willentlich gesteuerte Mundbewegungen. Zudem können Sensibilitätsstörungen dazu führen, dass Kinder den Löffel oder die Konsistenz der Nahrung am oder im Mund nicht „ertragen“ können.

mögliche Erkennungsanzeichen:

  • sehr langsames Trinken bzw. Essen (≥45 Minuten)

  • schnelle Erschöpfbarkeit und Müdigkeit beim und durch das Essen

  • extrem wählerisches Essen (picky eater)

  • Essen über den ganzen Tag verteilt (ständiges Essen)

  • Bevorzugung von nicht-altersgerechter Nahrung (nur Breikost, obwohl schon feste Nahrung gegessen werden kann und sollte)

  • häufiges Würgen und Erbrechen beim Essen oder danach

  • bei älteren Kindern: Verhandlung über Essensportionen, Auswahl des Essens etc.