Poltern

"Von Höcksken auf Stöcksken!"

Was ist das?

Poltern ist eine Störung aller Ebenen der Kommunikation.
Poltern ist "schnelles, unrhythmisches, unterbrochenes und unorganisiertes Sprechen und eine gestörte Sprachformulierungsfähigkeit (...) führt oft zu Unverständlichkeit." (Daly, Burnett 1669)

Symptome

Phonetische Auffälligkeiten

verwaschene Aussprache mit Laut- und Silbenverschmelzungen, Auslassungen, Ersetzungen, Hinzufügen von Lauten, Lautvertauschungen uvm.

Sprechtempo

stark erhöht oder unregelmäßig, fehlende/ verkürzte Sprechpausen

Sprechflüssigkeit

viele Flickwörter ("ähm" etc.), Wiederholungen, Satzabbrüche

Sprechmelodie/ Betonung

monoton, fehlende/ reduzierte/ unpassende Betonung im Satz, fehlende Lautstärke-Variationen uvm.

Wortschatz

eingeschränkt, unpräzise, Fehlbenennungen, Wortfindungsprobleme

Grammatik

fehlerhafte Satzstruktur, Wortauslassungen im Satz, Satzverschränkungen, fehlerhafte Anpassung an Person/ Zeit etc.

sprachliche Strukturierung

kommen nicht "auf den Punkt", Ausweitung irrelevanter Details, Abweichen vom Thema, kein "roter Faden"

Kommunikation

eingeschränkte Wahrnehmung für Gesprächspartner bspw. Sprecherwechsel, "aneinander-vorbei-reden", unpassende Gestik/ Mimik (nonverbale Kommunikation) uvm.

Selbstwahrnehmung

eingeschränkte Wahrnehmung der Symptome, meist aber "generelles" Störungsbewusstsein vorhanden

Therapie

Oft empfinden die Betroffenen die "Störung" als nicht therapeutisch relevant, das heißt, es besteht kein Therapiebedarf.
Die Polter-Therapie ist demnach an die patientenspezifischen Ziele angepasst und orientiert sich am Störungsschwerpunkt:
"Was beeinträchtigt die Verständlichkeit am meisten?"

Im Vordergrund steht dann die Verbesserung der Selbstwahrnehmung für die jeweiligen Symptome.
Grundlegend ist das Ziel, ein verständlicheres Sprechen in relevanten Situationen und eine Verbesserung der Symptomatik zu erreichen.