Stottern

S t t t t t t t t t t ottern!

Was ist das?

Stottern ist eine komplexe Kommunikationsstörung die grundsätzlich 3 Primärsymptome (Kernsymptome) und eine individuelle Anzahl an Sekundärsymptomen (Begleitsymptome) aufweisen kann.

Kernsymptome

Repetitionen (Wiederholungen)

Wiederholungen von Lauten, Silben und einsilbigen Wörtern; häufig mit Spannung; häufig schon bei beginnendem Stottern

Prolongationen (Dehnungen)

unpassende Verlängerungen der Lautproduktion und/ oder des Atemflusses, "Einfrieren" in der Artikulationsstellung

Blocks (Blockierungen)

"stumme" Pausen, Unterbrechung der Lautproduktion, meist mit deutlicher Anspannung, weniger bei beginnendem und mehr bei chronischem Stottern

Begleitsymptome

Vermeide- und Aufschubverhalten

das Stottersymptom wird aufgeschoben oder umgangen, ohne dass der Sprechfluss abbricht bspw. durch Verwendung von Synonymen, Umschreibungen, Themenwechsel, Einschub von Flickwörtern wie "ähm" oder Wiederholungen von Satzteilen uvm.

Fluchtverhalten

Verhalten, dass das Stottersymptom schnell beenden oder kaschieren soll bspw. durch Anspannungen/ Mitbewegungen im Gesicht/ der Extremitäten (Parakinesen) oder durch Erhöhung des Sprechtempos uvm.

innere und vegetative Begleitsymptome

Emotionen wie Angst, Scham, Wut, Hilflosigkeit oder negative Sichtweisen/ Denkweisen über Kommunikation oder vegetative Reaktionen wie Erröten, Schwitzen, Herzklopfen uvm.

Therapie

Grundsätzlich muss eine gute Informationsvermittlung stattfinden, denn Stottern ist nicht "heilbar". Vor allem muss die Therapie an die Möglichkeiten des Patienten angepasst sein. Ziele sollten im Voraus besprochen werden. Die Therapie ist meist längerfristig und umfasst vielseitige Methoden in allen Bereichen der Kern- und Begleitsymptomatik. Ebenso spielen Übungen "draußen", das heißt im Alltag, eine wichtige Rolle.

Zusammengefasst sollte eine möglichst große Sprechnatürlichkeit erzielt oder erhalten werden. Die Kommunikation sollte möglichst flüssig und angstfrei sein. Der Betroffene sollte eine möglichst hohe Lebensqualität und Teilhabe erzielen.